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Alinbu Blog Alles in Butter!

Agilität in kleinen Unternehmen
BetaCodex statt Scrum, Kanban und agilem Manifest

 

von Peter Pröll
Lesezeit ca. 4 Minuten

Für kleine Unternehmen hat sich klassisch agiles Arbeiten bisher oft nicht erschlossen. Oft sind zu wenig Menschen im Unternehmen, um agile Teams, wie zum Beispiel im Scrum Framework vorgesehen, zu bilden. Die Aufgaben sind kleinteilig und betreffen verschiedene Kunden. Im Tagesgeschäft arbeitet jeder im Unternehmen für sich die zugeteilten Aufgaben ab. Als Unternehmensinhaber_in sitzt man inmitten des Geschehens, sorgt für die Auftragsakquise und die Organisation der Arbeit. Für Kunden ist man die erste Anlaufstelle. Dass „der Laden“ ohne Chefin oder Chef läuft, ist für einen zweiwöchigen Urlaub mit Vorbereitung denkbar, bei längerer Abwesenheit wird es meist kritisch.

Man kann sagen, dass die Rollen und Verantwortlichkeiten bereits in kleinen Unternehmen scharf aufgeteilt sind, sodass ein Abteilungsdenken angelegt und das eigenverantwortliche Mitdenken aller im Unternehmen eingeschränkt ist. Fällt eine Person im Unternehmen aus, hat das gleich gravierende Auswirkungen auf die Abläufe. Fällt der Chef aus, ist Holland in Not. Die anderen im Betrieb stellen sich die Frage, ob sie entscheiden dürfen und ob sie überhaupt entscheiden können: Oftmals sind die Informationen, die für eine Entscheidung benötigt werden, gar nicht greifbar.

Diese Situation kann wesentlich verbessert werden. Dazu wählen wir nicht den Ansatz, die Prinzipien des agilen Manifests auf das operative Geschäft anzuwenden. Wir betrachten stattdessen das gesamte Unternehmen und bedienen uns der Prinzipien des BetaCodex:

Selbstorganisation, Transparenz und Könnerentscheid, die wir aus den agilen Prinzipien kennen, werden nicht nur auf das operative Geschäft angewendet, sondern erstrecken sich auf alle Facetten der Geschäftstätigkeit. Hinzu kommen Prinzipien hinsichtlich Marktorientierung, bedingtem Arbeitseinkommen, Ressourcendisziplin und Flowkoordination. Diese berühren Domänen, die sonst nur die Geschäftsleitung betroffen haben. Diese Domänen werden vergemeinschaftet.

Wenn vorher der Team-Scope der Arbeit aufgrund von Kleinteiligkeit nicht zu erkennen und eine echte Interaktion zwischen den Menschen im Bezug auf die Alltagsarbeit im Unternehmen von eingeschränkter Bedeutung war, bildet sich im Gesamtzusammenhang ein echtes Team. Kein Scrum und dennoch agil. Kein Alignment, keine Vorgabe, keine Arbeitseinteilung durch den Chef, dafür mehr Zugkraft hinter dem gemeinsamen Ziel.

Das daraus resultierende Mitdenken aller auf Unternehmensebene fordert und fördert Verantwortungsübernahme, Motivation, aber auch Wertschöpfung und Rendite. Es löst Abhängigkeiten von einzelnen Personen, insbesondere von der Firmeninhaber_in auf. Metakosten auf Koordinations- und Geschäftsführungsebene werden deutlich gesenkt. Eine natürlicherweise bereits starke Kundenorientierung kleiner Unternehmen wird weiter verstärkt. Kurz: All die positiven Effekte, die der BetaCodex auf größere Unternehmen hat, können auch in kleinen Unternehmen realisiert werden.

Der vielleicht wichtigste Aspekt ergibt sich aus dem potentiellen Wachstum des Unternehmens. Die Attraktivität für Bewerber_innen steigt und Sie genießen damit Vorteile auf dem Arbeitsmarkt. Und wächst Ihr Unternehmen, wird es weiter attraktiv bleiben. Dem Verlust des als „Startup-Atmosphäre“ bezeichneten Gefühls haben Sie entgegengewirkt. Die Weichen für ein gesundes Wachstum ohne teuren und starren Management-Overhead sind gestellt.

Klingt Interessant? Sie möchten mehr wissen? Kontaktieren Sie mich!

Ich biete auch einen Workshop an, in dem wir den BetaCodex, seine Hintergründe, Voraussetzungen und Wirkungsweisen genauer beleuchten.

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