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Alinbu Blog Alles in Butter!

Über die Motivation Wie sie dafür sorgen, dass ihr Team motiviert ist!

Den Sinn davon selbst motiviert zu sein und auch der Sinn eines motivierten Teams bei der Arbeit wird von niemanden bestritten. Die Arbeit oder Beschäftigung läuft leicht von der Hand, man empfindet Freude und Sinn im eigenen Tun, die Qualität ist höher und die Kreativität steigt. Es hat sich gezeigt, dass unmotiviertes (im Sinne von sinnfreiem) Arbeiten einen negativen Einfluss auf die Gesundheit hat. 

 

Motivieren anderer Menschen

Wie stellt man also Motivation her? Ja, es gibt haufenweise Literatur über die Kunst der Motivation. Das ganze Thema wird aktuell in Verbindung mit Buzzwords wie “New Work” und “Empowerment” weiter gehypt.

Dann gibt es die Stimmen, die behaupten, dass man andere überhaupt nicht motivieren kann.

Als ich vor fast 30 Jahren das erste Mal mit Teamführung betraut wurde, wurde solches Wissen und mehr noch, die Meisterschaft dessen, essentiell. Damals stand Motivation und Freude ganz vorn, denn als Ausbildungsskipper auf Segelyachten hatte ich die Aufgabe unter sozial schwierigen Voraussetzungen (enger Raum, Menschen von teils gänzlich unterschiedlichem Schlag) alle Teilnehmer motiviert und glücklich bei Ihrer Urlaubsbeschäftigung zu halten. Das war anspruchsvoller, als es klingt. Letztlich geht bei einem solchen Ausbildungstörn fast jeder von mehr Urlaub und weniger Üben und Disziplin aus, als letztlich erforderlich ist.

Da stand ich und wusste nicht, was ich glauben sollte. Kann ich andere motivieren? Oder musste ich hoffen, dass die Motivation mitgebracht wurde? Und wenn ich motivieren kann, wie geht das systematisch? Ich fand in aller Literatur nicht wirklich befriedigende Antworten. Ich konnte nur meine eigenen Erfahrungen sammeln und kam dabei auf eine erstaunliche Erkenntnis:

Man muss Menschen nicht motivieren. Man muss "einfach" damit aufhören sie zu demotivieren!

Allein durch diesen Schritt stellt sich in der Regel direkt Motivation bei den Menschen ein! Ich schreibe hier “in der Regel”, um nicht absolut zu wirken. In vielen Jahren, in denen ich diese These überprüft habe (ich arbeite inzwischen nur noch auf Basis dieser These), habe ich nicht eine einzige Ausnahme erlebt, auf die diese These nicht zutraf. Not. A. Single. One. Es mag die Ausnahmen geben, doch dann sind sie rar gesät.

Der Mensch ansich ist also offensichtlich in seinem „Default Setting“ motiviert. Das macht auch Sinn. Wenn wir motiviert sind, empfinden wir Freude für das, was wir tun. Es fällt uns leicht, wir sparen also bei dem was wir tun auch noch Energie. Im besten Fall ist die Energiebilanz sogar eine positive! Deshalb streben wir danach motiviert zu sein. Niemand steht morgens auf und nimmt sich vor unmotiviert zu sein.

Eine motivierte Atmosphäre zu schaffen ist daher ganz einfach: Identifizieren sie Demotivatoren und stoppen sie diese. Als Teamleader, Vorgesetzter, Unternehmensinhaber oder Skipper haben sie die Möglichkeit und Verantwortung das System bzw. die Umgebung zu beeinflussen und zu gestalten. Damit haben sie zumindest eine Teilverantwortung für die Demotivatoren.

Verlangen sie nicht von Menschen demotivierende Umstände zu ertragen und dabei dennoch motiviert zu sein.

Menschen motivieren zu wollen empfinde ich als menschenverachtendes Blaming

Die Annahme, man müsste Menschen motivieren, geht davon aus mein Gegenüber ist grundsätzlich unmotiviert und trägt dafür selbst die Verantwortung. Folgen sie mir noch? Haben sie bemerkt, dass das nichts anderes ist als Blaming? Die Meinung andere motivieren zu müssen ist dabei die subtilste Form des Blaming gegenüber den „Unmotivierten“. Das lässt sich noch steigern. Man spricht dann von "Low-Performern, von Faulheit, von Leuten, die ihre Finger nicht aus der Steckdose bekommen, typischer Weise Leute, die nur unter Druck arbeiten, die man deshalb kontrollieren und von Zeit zu Zeit auch mal in den Allerwertesten treten muss".

Ich lese auch nicht selten Stellenangebote von Unternehmen, die von ihren Bewerbern erwarten Motivation mitzubringen. Das macht jeder sowieso. Ohne Motivation würde man sich im Regelfall gar nicht erst bewerben! Die Aussage in der Stellenanzeige sagt mir viel mehr, dass das Unternehmen wohl keine Verantwortung für eine gegebenenfalls demotivierende Arbeitsumgebung übernimmt und diese auf die Mitarbeiter abwälzt: "Wir sehen keinen Handlungsbedarf Demotivatoren am Arbeitsplatz zu eliminieren und verweigern unsere Verantwortung! Also seien sie gefälligst resilient und dultsam!"

Denken sie einmal darüber nach!

Die Arbeit an Systemen, statt an Menschen

Solang ich im Rahmen meines Beratens und Coachings „an Menschen“ arbeitete, war das oft erfolgreich, doch meist langwierig. Immer wieder stieß ich dabei auch auf Widerstand. Ich beklagte mich nicht selten darüber und über die Kraftanstrengungen, die es bedeutete, diese Widerstände zu überwinden. In einem Fall kostete mich der Widerstand sogar mein Mandat.

Inzwischen sehe ich den Widerstand nicht mehr als etwas Negatives. Es ist eigentlich eine natürliche und intelligente Reaktion darauf, die Menschen für die Demotivation zur Verantwortung zu ziehen, die sie durch das System erfahren haben. 

Arbeit am System hingegen bringt mir direkte Erfolge. Teils so direkt, dass sich die Atmosphäre von einem Augenblick auf den nächsten verändert. Wie das geht, dazu werde ich später einmal einen Beitrag schreiben. Wer nicht warten kann, nimmt mit mir Kontakt auf.

Wenn sie den Eindruck haben, dass die Mitarbeiter in ihrer Verantwortung nicht die Leistung erbringen, die sie von ihnen erwarten, dann handeln sie das nächste Mal doch anders als bisher. Überlegen sie sich - im Idealfall mit dem Team zusammen - wo die größten Demotivatoren stecken. Und dann beheben sie diese. Wenn sie den Erfolg erkennen, dann wiederholen sie diese Übung.

Wieso hören wir nicht endlich auf, an den Menschen rumzubasteln?

Wieso stellen wir uns nicht der tieferliegenden Ursache: Demotivierende Systeme und Organisationsformen, in die wir die Menschen zwingen. Und wann hören wir auf uns zu wundern, wieso Menschen in diesen Systemen unmotiviert sind? Wann hören wir auf, die Verantwortung für diese Demotivation den Menschen zuzuschreiben und nicht den Systemen?

Zutrauen in Menschen

Mein Zutrauen in den Menschen hat sich aus meinen Erfahrungen heraus massiv gestärkt. Doch das gilt nur für mich. Glauben sie mir kein Wort und probieren sie es bitte selbst aus, machen Sie ihre eigenen Erfahrungen. Über Feedback und Erfahrungsberichte würde ich mich sehr freuen!

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